kirmes 2018

Unsere Kirmes

Windehäuser Kirmes

Unsere Kirmes, das Fest der Kirchweihe, ist die älteste erhaltene Tradition in unserem Dorf. Schon unsere Vorfahren haben dieses Fest ausgiebig und mit viel Freude gefeiert. Eigentlich wurde die Kirmes im Sommer eines jeden Jahres gefeiert, so wie heute noch in vielen Orten des Eichsfeldes oder in Südthüringen. Aber später wurde dann das Kirchweihfest verlegt, was vermutlich mit der vielen Arbeit der Bauern im Sommer zutun hatte, da für große Feiern eben keine Zeit war. So kam es, daß im Jahre 1738 die neu renovierte Kirche am letzten Oktoberwochenende festlich eingeweiht wurde. Seither wird ohne Unterbrechung, also genau seit 269 Jahren, an diesem Wochenende unsere Kirmes gefeiert. Schon seit jeher war und ist die Kirmes ein besonderes Fest in der Gemeinde Windehausen. Früher wurden noch viele Kuchen beim Bäcker gebacken, es wurde extra ein Hammel, eine Ziege oder zumindest eine Gans als Festtagsbraten geschlachtet. Vor allem bei der Jugend im Dorf ist die Kirmes beliebt. So wird seit jeher am Sonntag der Kirmesumzug von ihr gestaltet, bei dem immer zwei, manchmal sogar drei Erbesbären umher geführt werden. Dieser Umzug und die Erbesbären sind wahrscheinlich auf die früher in den Dörfern oft anzutreffenden Zigeuner mit ihren Tanzbären zurück zuführen. Mit der Wende 1989 wurde auch die Kirmes, wie fast alle Feste, auf eine harte Probe gestellt. Die Besucher wurden weniger, man überlegte sich wofür man sein Geld ausgab. Mitte der neunziger Jahre wurde dann erstmals nur noch einen Tag Kirmes gefeiert. 1996 wurde dann die IG Kirmes & Tradition gegründet, um diese alte Tradition nicht weiter in der Versenkung verschwinden zu lassen. Seit diesem Jahr organisieren die Jugendlichen die Kirmes in Windehausen. Und das war gut so, die Gäste kamen wieder und es wurde wieder an zwei Tagen Kirmes gefeiert. Die Mitgliederzahl der IG nahm stetig zu, und so blieb kein anderer Weg, als im Jahr 1999 einen richtigen Verein zu gründen.


Heutzutage beginnt die Kirmes am letzten Mittwoch im Oktober mit dem Binden der Erbesstrohseile, welche zur "Bärenherstellung" dienen. Nebenher erfolgt das Ankosten des Kirmesbierchens unter Zuhilfenahme diverser Likörchen, das Seilebinden ist nämlich eine sehr staubige Angelegenheit. Am Donnerstag wird mit Hilfe der "4-7 Schröters" und dem selbstgestricktem Trecker mit Hänger vom Ehrenmitglied Rolf Benkstein und dem darauf befindlichem Vorstand die Kirmes bekannt gegeben. Am Samstag Nachmittag ist der Festgottesdienst in der St. Ägidien Kirche. Nach der Kirche gibt es nicht nur Kaffee und Kuchen im Pfarrhaus, nein auch die eine oder andere Gerstenkaltschale wird gereicht. Mit dem Glockenschlage 19,19 Uhr sammelt sich dann alles unter der Linde und man begibt sich in aufgelösten Zweierreihen Richtung Kirmestanzveranstaltungsepizentrum. Was dann geschieht, dürfte den meisten Lesern ja bekannt sein. Am Sonntag gehts in der Früh um 7.00 Uhr weiter, der Umzug wird vorbereitet und setzt sich um 8.00 Uhr in Bewegung. Der Montag wird dann schließlich noch von ein paar reaktionären Kräften genutzt, um die sichtbaren Reste der Kirmes zu beseitigen und um beim stattfindenden Abtrinken der Kirmes noch einmal in geselliger Runde über das Chaos der letzten Tage zu resümieren.